Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Fördermittelbescheid des Landes Sachsen-Anhalt öffentlich übergeben. Zudem wurde eine Zeitkapsel in das Fundament eingelassen.
Den Fördermittelbescheid überreichte Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: „Mit der neuen Tagesklinik schaffen wir eine wichtige Anlaufstelle für Familien und schließen eine Versorgungslücke in der Region. Psychisch erkrankte Kinder und ihre Eltern können zukünftig gemeinsam behandelt und stabilisiert werden. Dafür wird von der Klinik Bosse ein geschützter Raum geschaffen, in denen die Familien langfristig Unterstützung erhalten. Wir stärken unser landesweites Versorgungsnetz und bauen das tagesklinische Angebot weiter aus.“
Auch Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einrichtungen würdigten das Projekt: Nach Einschätzung von Dr. med. Kirstin Palm, Chefärztin der kooperierenden Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik Bernburg, eröffnet das Konzept besonders gute Chancen, um familiäre Ressourcen zu erschließen und zu aktivieren: „Die Eltern von Kindern mit psychischen Störungen und auffälligem Verhalten leiden häufig unter dem Gefühl, versagt zu haben. Im therapeutisch angeleiteten Austausch mit anderen Betroffenen werden sie relativ schnell Entlastung erleben und entdecken, dass es Strategien und Lösungswege gibt, um als Familie wieder handlungsfähig zu werden. Das kann das Selbstbewusstsein aller Beteiligten und die Eltern-Kind-Beziehung stärken“, erklärt die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie. Zwar habe die Elternarbeit bei nahezu allen kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungen einen hohen Stellenwert, sei im Setting einer Familientagesklinik aber besonders interaktiv und bestärkend.
Wie Steffen Orzessek, Psychotherapeutischer Leiter der Salus-Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie ergänzt, werde mit dem Aufbau der Familientagesklinik ein lange verfolgtes Vorhaben umgesetzt: "Die ersten konzeptionellen Vorstellungen haben wir bereits vor mehr als zehn Jahren entwickelt", erklärt der engagierte psychologische Psychotherapeut rückblickend. "Jetzt zeigt sich, dass es gut war, im Sinne einer guten Versorgung betroffener Familien hartnäckig dran zu bleiben und die Umsetzung kooperativ auf den Weg zu bringen."
Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Sachsen-Anhalt GmbH und Bauherrin Petra Stein: „Mit der Familientagesklinik schaffen wir ein innovatives und dringend benötigtes Angebot für Familien in unserer Region. Unser Ziel ist es, Kinder und ihre Eltern gemeinsam in den Blick zu nehmen und sie in einem geschützten Rahmen zu stärken. Die heutige Grundsteinlegung ist ein wichtiger Schritt, um eine Versorgungslücke nachhaltig zu schließen und betroffenen Familien neue Perspektiven zu eröffnen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, vor allem dem Land Sachsen-Anhalt, die dieses Projekt mit großem Engagement vorangebracht haben.“
Die Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt ermöglichen die Errichtung der Familientagesklinik zur gleichzeitigen Behandlung psychisch erkrankter Kinder und ihrer Eltern. In dem geplanten Neubau neben dem Klinikgelände sollen künftig bis zu acht Familien gleichzeitig behandelt werden können. Ziel ist es, Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren und ihre Eltern gemeinsam zu stabilisieren, um nachhaltige Verbesserungen im familiären Zusammenleben zu erreichen.
Gemeinsam mit der landeseigenen Salus gGmbH, Fachklinikum Bernburg, schließt die Klinik damit eine wichtige Versorgungslücke in der Region. Die enge Kooperation beider Träger stärkt die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Familien in Sachsen-Anhalt nachhaltig.
Die Planungen für das Bauvorhaben erfolgten seit Frühjahr 2025 in enger Abstimmung mit Mitarbeitenden der Klinik Bosse Wittenberg sowie der Salus gGmbH, um sowohl therapeutische als auch funktionale Anforderungen optimal zu berücksichtigen. Nach öffentlicher Ausschreibung wurde das Architekturbüro bc Architekten + Ingenieure GmbH mit der Planung beauftragt.
Die Baugenehmigung wurde Ende Dezember 2025 durch den Landkreis erteilt. Mit der nun erfolgten Grundsteinlegung ist der offizielle Baubeginn erfolgt.
Mit dem Neubau setzt die Klinik Bosse Wittenberg ein starkes Zeichen für die familienorientierte psychiatrische Versorgung in der Region.