VON KOPF BIS Fuß: KRANKHEITSBILDER

Das Nervennetzwerk durchzieht den gesamten menschlichen Körper. Neurologische Erkrankungen können in allen Körperteilen in Erscheinung treten. Fast immer mit daran beteiligt ist unsere zentrale Schaltstelle, das Gehirn.

Die Klinik für Neurologie behandelt alle Erkrankungen des Nervensystems.
Hier stellen wir Ihnen die am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen vor.

Diese Schmerzerkrankungen der peripheren Nerven schränken die Beweglichkeit und die Empfindung ein. Grund dafür sind schwere Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule. Diese schädigen die Nervenwurzeln und sorgen für einen ausstrahlenden Schmerz. Auch ein Bein oder ein Arm kann gelähmt sein. Oft fällt es den Patienten schwer, den Stuhlgang oder das Wasserlassen zu kontrollieren.

Dazu zählt auch akuter Kopfschmerz sowie primärer akuter Kopfschmerz (Migräne, Spannungskopfschmerz, trigeminoautonomer Kopfschmerz, sekundär bedingter Kopfschmerz).

Diese Therapieverfahren helfen: medikamentöse Schmerztherapie, Physiotherapie, Rückenschule, Muskelaufbau, multimodale Schmerztherapie

Autoimmunenzephalitis bei entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems

Nach einer Virusinfektion (oft bei Herpes Zoster-Gürtelrose, auch nach einer SARS-COV 2-Infektion, im Rahmen einer Krebserkrankung oder aufgrund genetischer Dispositionen) kämpft das Immunsystem gegen den eigenen Körper, in diesem Fall gegen das eigene Zentralnervensystem. Oft beginnt diese Autoimmunreaktion mit unspezifischen Kopfschmerzen, einer Wesensänderung, epileptischen Anfällen und anderen neurologischen Ausfällen. Eine frühe Diagnostik mittels Bildgebung (MRT), Nervenwasserpunktion, Blutuntersuchung und EEG ermöglicht eine effiziente Therapie, die bleibende Behinderungen helfen kann, zu vermeiden.

„Ohne Denkkraft seiend“, so lässt sich das lateinische Wort dementia übersetzen. Bei dementen Menschen sind das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis gestört. Die Patienten können ihre Handlungen nicht mehr planen. Ihr Urteilsvermögen ist beeinträchtigt, die Orientierung fällt ihnen schwer. Die Hirnschädigung kann verschiedene Ursachen haben. So können Nervenzellen im Gehirn absterben oder Amyloid-Proteine sich dort ablagern.

Auch viele kleine Schlaganfälle, entzündliche Hirnerkrankungen und genetische Defekte können eine Demenz auslösen. Manchmal tritt eine Demenz als Begleiterkrankung anderer neurologischer Erkrankungen wie dem Morbus Parkinson auf. Die häufigste Form einer Demenz ist die Alzheimersche Erkrankung.

Diese Therapieverfahren helfen: Außer bei den entzündlichen Erkrankungen ist eine Demenz leider nicht heilbar. Mit bestimmten Medikamenten (Cholinesterasehemmer) ist sie jedoch in ihrem Verlauf und der Schwere beeinflussbar. Wichtig ist die Prophylaxe. Natürliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Lebensgewohnheiten und körperliche Aktivität kann man vorbeugend behandeln.

1,6 Millionen

Demenzkranke leben gegenwärtig in Deutschland; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz)

Viren, Bakterien oder Pilze befallen das Gehirn oder das Rückenmark und machen es krank. Die Patienten leiden unter leichten bis schweren neurologischen Ausfällen. Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Gesichtslähmungen, Lähmungen der Extremitäten, Fieber und generalisierter Schmerz können auftreten.

Diese Therapieverfahren helfen:  Virostatika, Antibiotika oder andere Chemotherapeutika stoppen die Eindringlinge in ihrer Ausbreitung und eliminieren die Krankheitserreger.

Gleich einem Gewitter im Kopf entladen sich viele Nervenzellen des Gehirns gleichzeitig. Diese elektrischen Entladungen sind nicht normal. Sie reizen einzelne Gehirngebiete oder das gesamte Gehirn auf eine unnatürliche Weise und stören die Hirnfunktionen.

Diese Therapieverfahren helfen: Bei Epilepsien helfen sogenannte Antikonvulsiva. Diese Medikamente wirken den Entladungen entgegen, indem sie die Nervenmembran stabilisieren. In seltenen Fällen stellen wir die Notwendigkeit für einen epilepsiechirurgischen Eingriff fest und vermitteln unsere Patienten an kooperierende Kliniken.

Sie trifft vor allem junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung des Gehirns und des Rückenmarks. Oft beginnt sie im jungen Erwachsenenalter. Die chronische Erkrankung verläuft in Schüben oder auch gleichmäßig zunehmend. Schmerzende Augen sind das typische Erstsymptom. Im Verlauf können Taubheitsgefühle und Lähmungen hinzukommen.

Diese Therapieverfahren helfen: In der akuten Krankheitsphase hilft die Kortison-Pulstherapie. Im Verlauf eignen sich zum Beispiel Immunmodulatoren. Sie hemmen das überaktive Immunsystem und verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet. Wirkt diese sogenannte Eskalationsbehandlung nicht, können Immunsupressiva das Immunsystem unterdrücken.

Zu den Neuropathien zählen alle Erkrankungen der peripheren Nerven. Es geht also um jenen Teil des Nervensystems, der außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegt. Arme, Beine und Gesicht können betroffen sein. Oft beklagt der Patient brennende Schmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Lähmungen hinzu. Die Ursachen sind vielfältig: Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, andere Stoffwechselstörungen, entzündliche Erkrankungen, Krebserkrankungen oder vorangegangene Chemotherapien können eine Neuropathie auslösen.

Diese Therapieverfahren helfen: Je nach Ursache kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Gegen die Schmerzen erhalten die Patienten eine Schmerztherapie.

Parkinson und Bewegungsstörungen beeinträchtigen den Bewegungsapparat des Erkrankten. Auch die Psyche, das Gleichgewicht und autonome Funktionen wie die Atmung können gestört sein. Schuld daran sind oftmals altersbedingte krankhafte Nervenzelluntergänge in bestimmten Regionen des Gehirns.

Der idiopathische Morbus Parkinson, der "Klassiker“ der Bewegungsstörungen, ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen des hohen Lebensalters.

Die typischen Frühsymptome sind Geruchsverlust, Obstipation (Verstopfung) und Störung des Traumschlafes. Im Verlauf kommt es zu den drei Kardinalsymptomen: Zahnradphänomen, (Ruhe)zittern und Bewegungsarmut (Rigor, Tremor, Akinese). Spätestens dann ist eine personalisierte Therapie unumgänglich.

Andere Bewegungsstörungen wie Dystonien oder Myoklonien haben oft sekundäre Krankheitsursachen oder sind genetisch bedingt, wie die Chorea Huntington, familiär gehäuft.

Sogenannte atypische Parkinson-Syndrome, wie Multisystematrophien, supranukleäre Blickparese, kortikobasale Degeneration oder Shy-Drager-Syndrom sind sehr selten auftretend und oft weniger gut auf medikamentöse Therapien ausgerichtet.

Wichtige Differentialdiagnosen eines gestörten (apraktischen) Gangbildes, möglicherweise begleitet von Harnentleerungsstörungen und Gedächtnisproblemen mit der Normaldruckhydrozephalus (Alterswasserkopf) und das lower-body Parkinsonsyndrom (PS- Syndrom nach Schlaganfällen).



Diese Therapieverfahren helfen: Beim fortgeschrittenen Morbus Parkinson hilft die Pumpentherapie mit Duodopa oder Apomorphin.  Die tiefe Hirnstimulation kann zudem die Lebensqualität von Parkinson-Patienten erheblich verbessern. Diesen neurochirurgischen Eingriff nehmen Zentren für stereotaktische Neurochirurgie vor, zum Beispiel die Universitätsklinik Magdeburg und die Universitätsklinik Leipzig.

Millionen von Deutschen wälzen sich nachts schlaflos in ihren Betten. Ein- und Durchschlafstörungen sind zu einer Volkskrankheit geworden. Zu den Schlafstörungen gehören außerdem Tagesmüdigkeit, Schlafwandeln (Pavor nocturna) oder schlafbezogene Eigen-und Fremdverletzungen.

Wodurch entstehen Schlafstörungen? Nicht immer sind es Alltagsstress oder ungünstige Gewohnheiten, die den Schlaf verhindern. Oft sind Schlafstörungen Begleiterscheinung von psychiatrischen und internistischen Erkrankungen. Auch das Restless-Legs-Syndrom, Störungen des REM-Schlafs, epileptische Anfälle, nichtepileptische Anfälle wie die Narkolepsie und die Kataplexie oder ein Apnoe-Syndrom können dafür verantwortlich sein.

Diese Therapieverfahren helfen: Je nach Ursache der Schlafstörung kommen medikamentöse und verhaltenstherapeutische Maßnahmen infrage. Auch eine Mitbehandlung und Weiterbehandlung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann helfen, die Schlaflosigkeit zu überwinden. Eine Polysomnographie im Schlaflabor kann ein Schlafprofil des Patienten aufzeichnen und so eine Diagnose der Störung ermöglichen.

Kooperationspartner der Klinik für Neurologie: Hals-Nasen-Ohren-Arzt-Praxis im Hause (im Rahmen der Somnologie)

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Das stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fest.

Plötzlich, also schlagartig versagen bestimmte Gehirnfunktionen ihren Dienst. Beim Schlaganfall ist die Durchblutung des Gehirns akut gestört. Bestimmte Hirnareale erhalten zu wenig Sauerstoff, weil ein Blutgefäß verstopft (Embolie).

Ursachen dafür sind Arteriosklerose der hirnversorgenden Blutgefäße durch einen unbehandelten Bluthochdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Herzrhythmusstörungen oder familiär vererbte genetische Defekte. Auch eine Hirnblutung kann Schlaganfallsymptome verursachen.

Diese Therapieverfahren helfen:  Je früher der Schlaganfall behandelt wird, desto besser stehen die Erfolgschancen für den Patienten. Die systemische Lyse löst den Pfropf im Blutgefäß auf und lässt das Blut wieder normal fließen.

Wenn ein akuter Verschluss eines Hirngefäßes rechtzeitig diagnostiziert wird, kann mittels spezifischen Katheterverfahrens der Thrombus aus dem Gefäß entfernt werden. Sekundärprophylaktisch, also zur Vorbeugung weiterer Schlaganfälle, werden Medikamente verordnet, sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer oder orale Antikoagulantien, die lebenslang eingenommen werden müssen. Selbstverständlich ist auch die Mitwirkungspflicht des Betroffenen gefragt, so sollten ungünstige Lebensgewohnheiten, wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel behoben und Ernährungsweisen umgestellt werden. Begleiterkrankungen, wie Diabetes Mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen müssen konsequent behandelt werden.


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