Wenn Parkinson-Medikamente nicht mehr gleichmäßig wirken: Neue Behandlungsmöglichkeit in Sicht

Hopledo eröffnet neue Perspektiven für die individuelle Parkinson-Therapie
Die Klinik für Neurologie an der Alexianer Klinik Bosse in Wittenberg sammelte Erfahrungen mit IPX 203 – die bevorstehende Verfügbarkeit von Hopledo eröffnet neue Perspektiven für die individuelle Parkinson-Therapie.

, Klinik Bosse Wittenberg

Bei einer fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankung kann es vorkommen, dass Medikamente nicht mehr über den gesamten Tag gleichmäßig wirken. Dann wechseln sich beispielsweise Phasen guter Beweglichkeit mit Zeiten ab, in denen sich Betroffene deutlich schlechter bewegen können. Diese sogenannten motorischen Wirkfluktuationen können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation hat bis zum 15. September 2026 das Präparat IPX 203 im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung eingesetzt und dabei wertvolle Erfahrungen in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung gesammelt.

IPX 203 war zunächst der Entwicklungsname des Präparats, das inzwischen unter dem Handelsnamen Hopledo zugelassen wurde. Es enthält die Wirkstoffe Levodopa und Carbidopa in einer Formulierung, bei der die Wirkstoffe verändert und damit über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden. Hopledo ist für erwachsene Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Erkrankung und moderaten bis schweren motorischen Wirkfluktuationen zugelassen, wenn eine ausreichende Kontrolle der Beschwerden mit einer bisherigen Behandlung mit oralem Levodopa nicht erreicht werden konnte.

Die Europäische Kommission hat Hopledo am 20. August 2026 für die Anwendung in der Europäischen Union zugelassen. Die schrittweise Einführung in den europäischen Märkten soll ab Oktober 2026 erfolgen. Damit wird auch die Verfügbarkeit des Präparats in Deutschland erwartet.

Für die Klinik bedeutet die bevorstehende reguläre Verfügbarkeit eine weitere therapeutische Möglichkeit: Die während der Anwendungsbeobachtung gewonnenen Erfahrungen können künftig dazu beitragen, die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung noch individueller auf ihren Krankheitsverlauf und ihre Beschwerden abzustimmen.

„Gerade bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung können Schwankungen in der Medikamentenwirkung die Beweglichkeit und damit den Alltag der Betroffenen erheblich beeinflussen. Unser Ziel ist es, die medikamentöse Therapie möglichst individuell auf die jeweilige Situation abzustimmen. Die Erfahrungen aus der Anwendungsbeobachtung und die bevorstehende Verfügbarkeit von Hopledo geben uns dafür eine weitere therapeutische Möglichkeit an die Hand“, sagt Dr. med. Jonathan Wege-Kühn, Oberarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation.

Mit der bevorstehenden Verfügbarkeit von Hopledo kann die Klinik ihre bisherigen Erfahrungen künftig in die individuelle Behandlung einfließen lassen. Damit erweitert sich das therapeutische Spektrum für Patientinnen und Patienten, bei denen Schwankungen der Beweglichkeit trotz bisheriger Behandlung eine Herausforderung darstellen.

Die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation setzt damit ihre Arbeit an einer individuell ausgerichteten Parkinson-Therapie fort – mit dem Ziel, die Behandlung möglichst genau an den jeweiligen Krankheitsverlauf und die persönlichen Bedürfnisse der Betroffenen anzupassen.