Kranke Seele, viele Ursachen

Eines haben unsere Patienten gemeinsam: Sie lassen sich wegen einer psychischen Erkrankung bei uns behandeln. Welche Störung das im Einzelfall ist kann sehr unterschiedlich sein.

Wir nennen Ihnen an dieser Stelle häufig auftretende psychische Erkrankungen, die wir bei erwachsenen Patienten therapieren.

Einer von neun

Deutschen konsumiert Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Insgesamt sind das
9,5 Millionen Menschen. (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit)

Das ununterbrochene Verlangen nach dem Suchtmittel leitet das Handeln des Erkrankten. Durch den zwanghaften Konsum erkranken die Patienten körperlich, leiden unter seelischen Problemen und vernachlässigen häufig ihr soziales Leben. Jobverlust und Trennungen: Oft folgt der berufliche und private Abstieg.
In unserer Klinik behandeln wir vor allem Alkoholabhängigkeit und Medikamentenabhängigkeit.

Diese Therapieverfahren helfen: die sogenannte qualifizierte Entzugsbehandlung in der Klinik, anschließend Entwöhnungsbehandlung in der Rehabilitations-Klinik, Nachsorgebehandlung in der Rehabilitations-Klinik oder ambulant

Ein wichtiger Anlaufpunkt sind die Suchtberatungsstellen.

Ob Angst vor Menschenansammlungen oder Platzangst in engen Räumen: Ängste können das Leben enorm beeinträchtigen. Wenn Ängste die Lebensqualität von Menschen stark einschränken, sprechen wir von Angsterkrankungen. Bei diesen spielen Lernaspekte eine wesentliche Rolle. 

Diese Therapieverfahren helfen: Patienten mit einer Angsterkrankung können sich in der Regel mit einer ambulanten Psychotherapie helfen lassen. Wenn die Erkrankung schwerer ausgeprägt ist, können sie sich auch in die vollstationäre Behandlung im Krankenhaus oder in eine Tagesklinik begeben. 

Wechselhafte und heftige Gefühle, die sich kaum beherrschen lassen. Darunter leiden Patienten mit einer Borderline-Störung. Die Erkrankung zählt zu den  Persönlichkeitsstörungen. Das eigene Selbstbild und die sozialen Bezüge schwanken und sind instabil. Dem Patienten fällt es schwer, Nähe und Distanz zu anderen Menschen zu regulieren. Manchmal überfordert er seine Mitmenschen mit seinen Wünschen und Befürchtungen. Der Borderline-Patient findet seinen eigenen, dauerhaften Platz im Leben nur schwer. Manche Patienten versuchen erfolglos, sich mit Alkohol oder Drogen selbst zu behandeln. Andere verletzen sich selbst. Sie hoffen, dass sie damit für sie unerträgliche Situationen besser in den Griff bekommen.

Diese Therapieverfahren helfen: In akuten Krisen kann eine Behandlung im Krankenhaus helfen. 

Der Begriff Delir (oder Delirium) beschreibt einen akuten Verwirrtheitszustand. Dabei verlieren die Betroffenen in der Regel die Orientierung. Ihr Bewusstsein ist im Delir  eingeschränkt. Große Unruhe, Angst und Trugwahrnehmungen gehören oft zum Bild.
Bekannt ist das Delirium tremens im Alkoholentzug. Aber auch bei Vergiftungen und Stoffwechselentgleisungen, nach einer Narkose oder im Rahmen einer Demenz können diese Zustände auftreten. 

Diese Therapieverfahren helfen: Patienten in einem Delir benötigen eine intensive Überwachung. Die Behandlung orientiert sich an der zugrundeliegenden Ursache des Verwirrtheitszustandes.

Demenzen beruhen auf einem chronischen Abbau des Gehirns. Sie sind schwere psychische Erkrankungen, die oft einen Gedächtnisverlust verursachen. In unserer psychiatrischen Klinik behandeln wir vor allem die Störungen des Erlebens und Verhaltens, die mit einer Demenzerkrankung einhergehen.

Diese Therapieverfahren helfen: Außer bei einigen wenigen Formen ist eine Demenz leider nicht heilbar. Mit bestimmten Medikamenten (Cholinesterasehemmer) ist sie jedoch in ihrem Verlauf und der Schwere beeinflussbar. Wichtig ist die Prophylaxe. Natürliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Lebensgewohnheiten und körperliche Aktivität kann man vorbeugend behandeln.

Neben den Patienten brauchen oft auch die Angehörigen Unterstützung. Viele fühlen sich durch die neu entstandene Situation in der Familie überfordert. Selbsthilfegruppen und professionelle Hilfsangebote können Angehörige entlasten.

Sie zählen zu den sogenannten affektiven Störungen: Depressionen. Die Patienten leiden unter einer gedrückten Stimmung, einem gehemmten Antrieb und negativ kreisenden Gedanken. Sie verlieren ihre Lebensfreude, das Lustempfinden und ihr Interesse am Leben. Sie sind nicht leistungsfähig und haben ein schlechtes Selbstwertgefühl.

Fast jeder gesunde Mensch erlebt gelegentlich eine niedergeschlagene Phase. Bei depressiv Erkrankten dauern diese Phasen deutlich länger, sie sind schwerwiegender und verringern die Lebensqualität. Depressionen stehen oft in Verbindung mit anderen affektiven Störungen wie Angststörungen.

Diese Therapieverfahren helfen: Je nach Schweregrad der Depression helfen Psychotherapie und/oder Antidepressiva.

Während einer manischen Erkrankung fühlen sich die Patienten besonders wohl und leistungsfähig. Anfangs sind sie tatsächlich kreativer und mutiger als sonst. Die Betroffenen scheuen keine Herausforderung und brauchen wenig Schlaf. Darunter kann jedoch der Sinn für die Realität und das Gespür für die Mitmenschen leiden. Manchmal entwickelt sich die Überzeugung über ganz besondere Fähigkeiten zu verfügen, für eine ganz besondere Aufgabe auserwählt zu sein.

Während die Patienten noch voller Begeisterung und Enthusiasmus Pläne schmieden, Bestellungen vornehmen und Geld ausgeben, vernachlässigen sie oft die Pflichten und Aufgaben des Alltags. So kommt es neben Schulden häufig zu Problemen in der Familie und am Arbeitsplatz. Deren Tragweite können die Patienten erst nach Abklingen der manischen Phase abschätzen.

Von einer bipolaren Erkrankung spricht man, wenn depressive und manische Phasen zu unterschiedlichen Zeiten bei einem Patienten auftreten. Früher wurde der Begriff manisch-depressive Erkrankung verwendet.

Nur wenige Patienten erkennen während der Manie ihre Erkrankung, so dass oft Angehörige und Freunde den Anstoß zur Behandlung geben müssen.

Diese Therapieverfahren helfen: stimmungsstabilisierende Medikamente und Psychotherapie

Diese schwere seelische Erkrankung beeinträchtigt die Wahrnehmung des Patienten. Ihm fällt es schwer, zwischen tatsächlich erlebter und wahrgenommener Wirklichkeit zu unterscheiden. Er leidet unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Psychosen können genetisch bedingt sein. Auch Umwelteinflüsse und Störungen im Nervennetzwerk des Gehirns können Psychosen entstehen lassen. Zu den Psychosen zählen Schizophrenien und Wahnerkrankungen.

Diese Therapieverfahren helfen: psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapie, Antipsychotika

Bei einer Zwangserkrankung muss der Betroffene immer wieder Dinge denken oder tun, von denen er eigentlich selbst weiß, dass sie unsinnig sind. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen sind typisch für eine Zwangserkrankung.

Versucht der Betroffene jedoch, sich gegen diesen Druck zu wehren, bekommt er eine unerträgliche Angst. Er hat sehr unangenehme Gedanken und Befürchtungen. Viele Patienten verzweifeln daran.

Diese Therapieverfahren helfen: Die Behandlung kann langwierig sein. Medikamente und Psychotherapie können helfen. Die Therapie erfolgt meist ambulant.


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