VON KOPF BIS Fuß: KRANKHEITSBILDER

Das Nervennetzwerk durchzieht den gesamten menschlichen Körper. Neurologische Erkrankungen können in allen Körperteilen in Erscheinung treten. Fast immer mit daran beteiligt ist unsere zentrale Schaltstelle, das Gehirn.

Die Klinik für Neurologie behandelt alle Erkrankungen des Nervensystems.
Hier stellen wir Ihnen die am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen vor.

Diese Schmerzerkrankungen der peripheren Nerven schränken die Beweglichkeit und die Empfindung ein. Grund dafür sind schwere Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule. Diese schädigen die Nervenwurzeln und sorgen für einen ausstrahlenden Schmerz. Auch ein Bein oder ein Arm kann gelähmt sein. Oft fällt es den Patienten schwer, den Stuhlgang oder das Wasserlassen zu kontrollieren.

Diese Therapieverfahren helfen: medikamentöse Schmerztherapie, Physiotherapie, Rückenschule, Muskelaufbau, multimodale Schmerztherapie

1,6 Millionen

Demenzkranke leben gegenwärtig in Deutschland; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz)

„Ohne Denkkraft seiend“, so lässt sich das lateinische Wort dementia übersetzen. Bei dementen Menschen sind das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis gestört. Die Patienten können ihre Handlungen nicht mehr planen. Ihr Urteilsvermögen ist beeinträchtigt, die Orientierung fällt ihnen schwer. Die Hirnschädigung kann verschiedene Ursachen haben. So können Nervenzellen im Gehirn absterben oder Amyloid-Proteine sich dort ablagern.

Auch viele kleine Schlaganfälle, entzündliche Hirnerkrankungen und genetische Defekte können eine Demenz auslösen. Manchmal tritt eine Demenz als Begleiterkrankung anderer neurologischer Erkrankungen wie dem Morbus Parkinson auf. Die häufigste Form einer Demenz ist die Alzheimersche Erkrankung.

Diese Therapieverfahren helfen: Außer bei den entzündlichen Erkrankungen ist eine Demenz leider nicht heilbar. Mit bestimmten Medikamenten (Cholinesterasehemmer) ist sie jedoch in ihrem Verlauf und der Schwere beeinflussbar. Wichtig ist die Prophylaxe. Natürliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Lebensgewohnheiten und körperliche Aktivität kann man vorbeugend behandeln.

Viren, Bakterien oder Pilze befallen das Gehirn oder das Rückenmark und machen es krank. Die Patienten leiden unter leichten bis schweren neurologischen Ausfällen. Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Gesichtslähmungen, Lähmungen der Extremitäten, Fieber und generalisierter Schmerz können auftreten.

Diese Therapieverfahren helfen:  Virostatika, Antibiotika oder andere Chemotherapeutika stoppen die Eindringlinge in ihrer Ausbreitung und eliminieren die Krankheitserreger.

Gleich einem Gewitter im Kopf entladen sich viele Nervenzellen des Gehirns gleichzeitig. Diese elektrischen Entladungen sind nicht normal. Sie reizen einzelne Gehirngebiete oder das gesamte Gehirn auf eine unnatürliche Weise und stören die Hirnfunktionen.

Diese Therapieverfahren helfen: Bei Epilepsien helfen sogenannte Antikonvulsiva. Diese Medikamente wirken den Entladungen entgegen, indem sie die Nervenmembran stabilisieren.

Sie trifft vor allem junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung des Gehirns und des Rückenmarks. Oft beginnt sie im jungen Erwachsenenalter. Die chronische Erkrankung verläuft in Schüben oder auch gleichmäßig zunehmend. Schmerzende Augen sind das typische Erstsymptom. Im Verlauf können Taubheitsgefühle und Lähmungen hinzukommen.

Diese Therapieverfahren helfen: In der akuten Krankheitsphase hilft die Kortison-Stoßtherapie. Im Verlauf eignen sich zum Beispiel Immunmodulatoren. Sie hemmen das überaktive Immunsystem und verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet. Wirkt diese sogenannte Eskalationsbehandlung nicht, können Immunsupressiva das Immunsystem unterdrücken.

Zu den Neuropathien zählen alle Erkrankungen der peripheren Nerven. Es geht also um jenen Teil des Nervensystems, der außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegt. Arme, Beine und Gesicht können betroffen sein. Oft beklagt der Patient brennende Schmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Lähmungen hinzu. Die Ursachen sind vielfältig: Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, andere Stoffwechselstörungen, entzündliche Erkrankungen, Krebserkrankungen oder vorangegangene Chemotherapien können eine Neuropathie auslösen.

Diese Therapieverfahren helfen: Je nach Ursache kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Gegen die Schmerzen erhalten die Patienten eine Schmerztherapie.

Das bekannteste Bild ist wohl jenes vom Parkinson-Patienten, der die Kaffeetasse in der zitternden Hand zum Mund führt. Der sogenannte essentielle Tremor ist eines der Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit.

Parkinson und Bewegungsstörungen beeinträchtigen den Bewegungsapparat des Erkrankten. Auch die Psyche, das Gleichgewicht und autonome Funktionen wie die Atmung können gestört sein. Schuld daran sind oftmals altersbedingte krankhafte Nervenzelluntergänge in bestimmten Regionen des Gehirns. Daneben können Durchblutungsstörungen des Gehirns, Stoffwechselerkrankungen, Tumore, Vergiftungen oder genetische Defekte Störungen verursachen.

Manche Erkrankungen lassen sich gut behandeln und schränken die Lebenserwartung nicht ein.  Gegen den essentiellen Tremor, Formen der Dystonie oder das Restless-Legs-Syndrom helfen Medikamente. Rechtzeitig diagnostiziert kann der Alterswasserkopf (Normaldruckhydrozephalus) sogar geheilt werden. Einige Erkrankungen wie der idiopathische Morbus Parkinson nehmen mit dem Alter zu. Leider lassen sich einige Bewegungsstörungen nur teilweise in ihrem Verlauf beeinflussen. Sie verkürzen die Lebenserwartung. Hierzu zählen Multisystematrophien, die supranukleäre Blickparese, die kortikobasale Degeneration, die Shy-Drager-Erkrankung oder die Chorea Huntington.

Diese Therapieverfahren helfen: Beim fortgeschrittenen Morbus Parkinson hilft die Pumpentherapie mit Duodopa oder Apomorphin.  Die tiefe Hirnstimulation kann zudem die Lebensqualität von Parkinson-Patienten erheblich verbessern. Diesen neurochirurgischen Eingriff nehmen Zentren für stereotaktische Neurochirurgie vor, zum Beispiel die Universitätsklinik Magdeburg und die Universitätsklinik Leipzig.

80 Prozent

der Erwerbstätigen schlafen schlecht. (Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2017)

Millionen von Deutschen wälzen sich nachts schlaflos in ihren Betten. Ein- und Durchschlafstörungen sind zu einer Volkskrankheit geworden. Zu den Schlafstörungen gehören außerdem Tagesmüdigkeit, Schlafwandeln (Pavor nocturna) oder schlafbezogene Eigen-und Fremdverletzungen.

Wodurch entstehen Schlafstörungen? Nicht immer sind es Alltagsstress oder ungünstige Gewohnheiten, die den Schlaf verhindern. Oft sind Schlafstörungen Begleiterscheinung von psychiatrischen und internistischen Erkrankungen. Auch das Restless-Legs-Syndrom, Störungen des REM-Schlafs, epileptische Anfälle, nichtepileptische Anfälle wie die Narkolepsie und die Kataplexie oder ein Apnoe-Syndrom können dafür verantwortlich sein.

Diese Therapieverfahren helfen: Je nach Ursache der Schlafstörung kommen medikamentöse und verhaltenstherapeutische Maßnahmen infrage. Auch eine Mitbehandlung und Weiterbehandlung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann helfen, die Schlaflosigkeit zu überwinden. Eine Polysomnographie im Schlaflabor kann ein Schlafprofil des Patienten aufzeichnen und so eine Diagnose der Störung ermöglichen.

Kooperationspartner der Klinik für Neurologie: Hals-Nasen-Ohren-Arzt-Praxis im Hause (im Rahmen der Somnologie)

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Das stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fest.

Plötzlich, also schlagartig versagen bestimmte Gehirnfunktionen ihren Dienst. Beim Schlaganfall ist die Durchblutung des Gehirns akut gestört. Bestimmte Hirnareale erhalten zu wenig Sauerstoff, weil ein Blutgefäß verstopft (Embolie).

Ursachen dafür sind Arteriosklerose der hirnversorgenden Blutgefäße durch einen unbehandelten Bluthochdruck, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Herzrhythmusstörungen oder familiär vererbte genetische Defekte. Auch eine Hirnblutung kann Schlaganfallsymptome verursachen.

Beim Schlaganfall gilt die Drittelregel: Ein Drittel stirbt unmittelbar. Ein Drittel der Patienten überlebt, bleibt jedoch behindert. Ein Drittel wird wieder gesund.

Diese Therapieverfahren helfen:  Je früher der Schlaganfall behandelt wird, desto besser stehen die Erfolgschancen für den Patienten. Die systemische Lyse löst den Pfropf im Blutgefäß auf und lässt das Blut wieder normal fließen. Anschließend erhalten die Patienten Thrombozytenaggregationshemmer. Diese Medikamente verhindern, dass das Blut erneut verklumpt. Antikoagulantien wiederum hemmen die Blutgerinnung des Patienten. Auf mittlere Sicht sollte der Patient ungünstiger Lebensgewohnheiten verändern. Er sollte gegebenenfalls aufhören zu rauchen und seine Ernährung umstellen.


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