Bereits zum vierten Mal: Gütesiegel für Wittenberger Parkinsonfachklinik

30.10.19, Klinik Bosse Wittenberg

Nach einer umfangreichen Prüfung hat die Deutsche Parkinson Vereinigung (dPV) die Alexianer Klinik Bosse Wittenberg im September 2019 erneut als Parkinson-Fachklinik anerkannt. Bereits seit 2010 trägt die Klinik das dPV-Gütesiegel.

Das Zertifikat belegt, dass die Parkinsonklinik, innerhalb der neurologischen Klinik alle Qualitätskriterien der Selbsthilfe-Vereinigung erfüllt. „Wir konnten die geforderten Qualitätsstandards erneut überzeugend darbieten“, freut sich Dr. Philipp Feige, Chefarzt der Klinik für Neurologie. Die Klinik überzeugt zudem durch ärztliche, pflegerische und therapeutische Expertise in der Parkinson-Komplexbehandlung. Mit der behindertengerechten Parkinsonstation punktet die Klinik auch bei den baulichen Voraussetzungen. Das individuelle medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungskonzept orientiert sich an aktuellen Standards und ist optimal auf den Patienten abgestimmt.

Die Klinik für Neurologie an der Klinik Bosse besitzt als Akutkrankenhaus mit angeschlossener zertifizierter Parkinsonfachklinik Seltenheitswert. "So können wir auch alle akuten neurologischen Zweiterkrankungen bei unseren Parkinson-Patienten effizient diagnostizieren und therapieren", unterstreicht Dr. Philipp Feige.

Zur Parkinson-Erkrankung und Therapie:

Die Erkrankung beginnt zunächst schleichend, ohne dass sie vom Betroffenen bemerkt wird. Häufig treten Riechstörungen, harter und seltener Stuhlgang sowie Schlafstörungen als erste unspezifische Frühsymptome auf. Dann verstärken sich die Symptome und wichtige Körperfunktionen werden erschwert. Wenn der Arm anfängt unkontrolliert zu zittern und sich die Bewegungen verlangsamen, kann das auf die Parkinson-Krankheit hindeuten.

Die langsam fortschreitende neurologische Erkrankung tritt laut der Deutschen Parkinson Vereinigung bei einem Prozent der über 60-Jährigen auf. Etwa jeder zehnte Betroffene erkrankt bereits vor dem 40. Geburtstag. Verantwortlich für die Entstehung von Parkinson sind Degenerationsprozesse im Gehirn und damit verbunden ein Mangel des wichtigen Botenstoffs Dopamin.

Die Parkinson-Krankheit ist nicht heilbar, aber mittlerweile gut behandelbar. Die Therapie kann Krankheitszeichen und körperliche sowie psychische Begleiterscheinungen abmildern.

Die Parkinson-Komplexbehandlung an der Klinik Bosse Wittenberg umfasst neben der medikamentösen Therapie auch Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie. Die soziomedizinische und psychologische Beratung des Betroffenen verbessert dessen Befindlichkeit zusätzlich.

Neuere Therapieverfahren sind Medikamente, die den Zelluntergang im dopaminergen System verhindern oder zeitlich verlangsamen sollen, die Therapie mit Medikamentenpumpen, die im fortgeschrittenen Stadium Patienten von Wirkungsschwankungen entlasten, oder die tiefe Hirnstimulation, die mittels Elektroden Bewegungszentren im Gehirn anregt und vorrübergehend eine medikamentöse Therapie ersetzen und den Krankheitsverlauf erheblich bessern kann.

Noch nicht ausgereift sind die Stammzellforschung und ganz neuartige Medikamente mit einem anderen stimulierenden Wirkansatz, der der tiefen Hirnstimulation entsprechen würde.